Fragen & Antworten.Das Wichtigste zur Segelflugausbildung

Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Segelfluausbildung im Überblick:

Ab welchem Alter kann ich Segelfliegen lernen?

Mit der Ausbildung zum Segelflieger kannst Du bereits ab 14 Jahren beginnen. Den Segelflugschein kannst Du dann ab 16 machen – also noch ein Jahr früher als den Autoführerschein!

Darf ich mit Brille fliegen lernen?

Selbstverständlich. Natürlich ist es unerlässlich, beim Fliegen gut zu sehen. Doch wenn die Sehstärke mit einer Brille wieder hergestellt werden kann, ist eine Brille meist kein Hindernis – wobei im Zweifel der Fliegerarzt das letzte Wort hat.

Kann ich das Segelfliegen auch mal ausprobieren?

Klar. Bei uns gibt ein Schnupper-Angebot: Du kannst mit der Segelflugausbildung anfangen und erst einmal schauen, wie es Dir gefällt. Dazu melden Dich unsere Fluglehrer beim Luftfahrtverband, damit Du versichert bist, und schon kann’s losgehen. Die ersten vier Wochen kannst Du bei uns als vollwertiger Flugschüler am Flugbetrieb teilnehmen – Du musst noch nicht einmal einen Fliegerarzt aufgesucht haben. Nach den ersten Wochenenden auf dem Flugplatz wird Dir die Entscheidung bestimmt leichter fallen – viele entscheiden sich dann fürs Weitermachen.

Ist Segelfliegen nur etwas für Leute mit viel Geld?

Nein, denn Segelfliegen ist eine der preisgünstigsten Möglichkeiten, in die Luft zu kommen. Auf unserer Beitragsseite siehst Du, welche Kosten Dich erwarten. Wenn Du noch in Ausbildung bist (egal ob Schule oder Studium) und jünger als 27 Jahre, zahlst Du ca. 300 Euro im Jahr an festen Beiträgen. Was dann noch dazukommt, sind die Kosten für Windenstart und F-Schlepp und alle paar Jahre ein Besuch beim Fliegerarzt (rund 100 Euro). Es hängt natürlich davon ab, wie viele Starts Du machst; doch mit 600 bis 700 Euro Gesamtkosten im Jahr kann man schon einiges ausrichten. Und: Unsere Fluglehrer arbeiten alle ehrenamtlich. Die Segelflugausbildung kostet also nicht mehr als Segelfliegen für Scheinpiloten.

Ist Segelfliegen nur etwas für Leute mit viel Zeit?

Segelfliegen ist eine Teamsportart. Es braucht einige Leute, die am Boden bleiben, um Flugzeuge zu schieben, die Seilwinde zu betreiben, den Funkverkehr zu regeln und anderes mehr, damit ein Flugbetrieb überhaupt erst möglich ist. Du solltest im Schnitt etwa einen Tag pro Wochenende Zeit haben, um von früh bis abends auf dem Flugplatz zu sein. Dann wirst Du auch recht zügig mit der Ausbildung vorankommen und dann macht die Sache auch richtig Spaß! Im Winter sind immer Wartungsarbeiten an unseren Segelflugzeugen fällig, die wir selbst in unserer Werkstatt durchführen (sonst könnten wir nicht so günstig fliegen!). Auch dort ist Deine Mitarbeit gefragt und Du wirst dabei viele nützliche handwerkliche Dinge lernen.

Wie läuft die Ausbildung ab?

Die Schulung zum Segelflieger (oder zur Segelfliegerin; Segelfliegen ist schon lange keine Männerdomäne mehr) beginnt auf unserem Schulungsdoppelsitzer. Der Fluglehrer nimmt auf dem hinteren Sitz Platz; Du darfst von Anfang an vorne sitzen! Zu Beginn steuert der Fluglehrer das Flugzeug vom Start bis zur Landung, so dass Du Dich mit dem neuen Gefühl in der Luft zu sein, vertraut machen kannst. Nach ein paar Starts übergibt Dir der Fluglehrer für einige Zeit in der Luft das Steuer, gemeinsam unternehmt ihr verschiedene Übungen. Start und Landung macht immer noch der Lehrer.

Nach und nach übergibt Dir der Fluglehrer immer mehr Verantwortung, bis Du in der Lage bist, den kompletten Flug vom Start bis zur Landung selbst durchzuführen. Sobald unsere Fluglehrer im Verein die Gewissheit haben, dass Du das Flugzeug sicher führen kannst, bist Du bereit für den ersten Alleinflug – ein großer Moment im Leben eines jeden Segelfliegers! Auch nach Deinem ersten Alleinflug bist Du noch für einige Zeit Flugschüler, der Fluglehrer fliegt ab diesem Zeitpunkt zwar seltener bei Dir mit, Du fliegst aber immer noch unter seiner Aufsicht und lernst weitere wichtige Dinge.

Irgendwann nach Deinem ersten Alleinflug legst Du die theoretische Prüfung für Segelflieger ab. In der Vorbereitungsphase zur Prüfung ist gewisser Fleiß gefragt: Der Inhalt ist recht umfangreich und besteht aus sechs Fächern – Luftrecht, Technik, Meteorologie, Navigation, Verhalten in besonderen Fällen und menschliches Leistungsvermögen.

Nach der Theorieprüfung und wenn die praktischen Ausbildungsabschnitte soweit abgeschlossen sind, fehlen eigentlich nur noch zwei Dinge: ein Überlandflug und die praktische Prüfung. Beim Überlandflug geht es darum, dass der Flugschüler alleine eine Strecke von mindestens 50 Kilometer Luftlinie alleine zurücklegt. Dies ist der erste Schritt zum selbständigen Überlandfliegen, bei dem man den „sicheren“ Bereich um den Flugplatz verlässt (d.h. eine Rückkehr mit dem Segelflugzeug zum Startplatz ist eventuell nicht immer gegeben).

Hast Du den Überlandflug erfolgreich gemeistert, wirst Du noch einmal intensiv von den Fluglehrern auf die praktische Prüfung vorbereitet. Und wenn Du die hast, wird Dir der Segelflugschein ausgehändigt – Du bist dann Segelflieger!

Wie lange dauert das alles?

Das ist ganz unterschiedlich: Je nachdem wie viel Zeit Du auf dem Flugplatz verbringen kannst, wie schnell Dein persönlicher Lernfortschritt ist und auch mit wie vielen Flugschülern Du Fluglehrer und Schulflugzeug teilen musst, geht es mal schneller mal etwas langsamer voran. Als Faustregel kann man sagen: Wer fleißig mitmacht, kann den Alleinflug innerhalb einer Flugsaison schaffen. Und bis Du den Segelflugschein erhältst, vergehen insgesamt etwa zwei Jahre.

An wen wende ich mich mit weiteren Fragen?

Generell bietet das Internet sehr gute Informationsmöglichkeiten – als Beispiel soll hier der Wikipedia-Eintrag zu „Segelfliegen“ und „Segelflugschein“ genannt werden. Noch besser: Du kommst raus nach Königsdorf auf den Flugplatz – unseren Verein findest Du, wenn Du die Straße am Flugplatz nach ganz hinten fährst. An schönen Wochenendtagen ist dort immer ein auskunftsfreudiges Vereinsmitglied anzutreffen, oft besteht auch die Möglichkeit, einen Gastflug in einem unserer Doppelsitzer zu machen. Wir freuen uns über Interessenten! Oder Du wendest Dich per E-Mail an uns – wir werden uns dann zeitnah bei Dir melden.